Homöopathie
Homöopathie ist eine Form der Arzneitherapie und eine eigenständige Behandlungsmethode. Der Name setzt sich aus den griechischen Wörtern "homoios" = ähnlich und "pathos" = Leiden zusammen. Sie wird seit über 200 Jahren bei der Behandlung von chronischen und akuten Erkrankungen eingesetzt. Bei dieser Therapie werden dem Patienten Stoffe verabreicht, die Symptome hervorrufen können, welche seiner Krankheit ähneln. In Zeiten wachsender Verunsicherung der Menschen gegenüber chemischen Arzneimitteln gewinnt diese "sanfte" Therapie an Popularität.
Die Ursprünge der Homöopathie
Begründer der Homöopathie ist Dr. med. habil. Samuel Hahnemann. Sein Heilprinzip
lautet
"Ähnliches soll mit Ähnlichem behandelt werden". Das
Medizinstudium finanzierte sich der 1755 geborene, aus einer armen Familie
stammende Sachse, durch Übersetzungen englischer Fachbücher ins deutsche. Als er
1790 eine englische Abhandlung über die Wirkung von Chinarinde gegen Malaria
übersetzte, unternahm er einen Selbstversuch. Er verabreichte sich Chinarinde
und entwickelte daraufhin malariaähnliche Symptome. Dieser berühmte
Selbstversuch mit Chinarinde zur Behandlung von Wechselfieber brachte ihn auf
die Idee Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen (similia similibus currentur).
Daraufhin führte er weitere Versuche, auch mit hochgiftigen Mitteln, wie Arsen
und Quecksilber durch. Er verdünnte die giftigen Mittel entsprechend mit Wasser
und Alkohol. Da die stark potenzierten Mittel keine Wirkung zeigten, kam er auf
die Idee, diese durch kräftiges Schütteln dynamisieren. Vermutlich brachten ihn
seine Kenntnisse über die Metaphysik zu dieser Herstellungsmethode. Die so
erzeugten homöopathischen Medikamente wiesen jetzt zumindest die gewünschten
Eigenschaften auf.
Im Jahre 1810 veröffentlichte Hahnemann sein Grundlagenwerk zur Homöopathie
„Organon der rationellen Heilkunde“ (spätere Auflagen tragen den Titel „Organon
der Heilkunst“). Das Buch wurde in späteren Jahren erheblich überarbeitet und
ergänzt. Bis heute ist das
„Organon
der Heilkunst“ das theoretische Werk der Homöopathie geblieben.
"Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem
Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos) für
sich erregen kann, als sie heilen soll!" (Hahnemann)
Diese alternativmedizinische Behandlungsmethode beruht folglich auf
Kenntnissen über Symptome, welche die entsprechenden Substanzen bei einem
gesunden Menschen auslösen können. Die Selbstheilungskräfte des erkrankten
Organismus werden angeregt.
Nach derzeitigem Erkenntnisstand ist die Behandlung mit Homöopathika als
Regulationstherapie im Sinne eines therapeutischen Reizes zu verstehen .
Dementsprechend soll auf den Reiz des homöopathischen Mittels die
Reaktion/Antwort des Organismus folgen.
Welche Arzneistoffe kommen in der Homöopathie zum Einsatz?
Homöopathische Arzneimittel basieren auf natürlichen Substanzen in sehr starker Verdünnung (Potenzen). Es werden Pflanzen, aber auch Stoffe aus der belebten und unbelebten Natur, wie Metalle oder Mineralien eingesetzt.
Ist die Homöopathie eine Therapie ohne Nebenwirkungen?
In der Schulmedizin spricht man von Nebenwirkungen - in der Homöopathie zählt
man diese zu den Wirkungen der Mittel. Bei sachgemäßer und korrekter Anwendung
ist diese Behandlungsmethode frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Stark
giftige Substanzen jedoch, wie z.B. Mittel die Quecksilber enthalten, dürfen
nicht über einen längeren Zeitraum verabreicht werden, da dies zu
Krankheitserscheinungen, in diesem Fall sogar zu einer Quecksilbervergiftung,
führen kann.
Die Symptome einer Erkrankung können sich durch die Gabe eines der Krankheit
ähnlichem Mittel verstärken. Es kommt zu der sogenannten Erstverschlimmerung.
Diese Reaktion ist jedoch natürlich, der Körper spricht auf den Reiz an und
beginnt die Krankheitsursache zu beheben.
Die homöopathische Anamnese
Aufgabe des Homöopathen ist es, das passende homöopathische Mittel für die
individuellen Symptome des Erkrankten zu finden. Diese Symptome werden in einem
Anamnesegespräch erfasst. Ziel dieses Gespräches ist es, ein
möglichst vollständiges Bild der vorliegenden Krankheit und deren bisherigen
Verlauf zu gewinnen. Nach einer gründlichen Bewertung der geschilderten Symptome
und der Auswertung des
Anamnese - Fragebogens (150 KB)
wähle ich das passende Mittel für den Patienten. Einige Zeit, nachdem der
Patient das Mittel eingenommen hat, führe ich eine Folgeanamnese durch. Wir
werden besprechen, ob und wie sich die Symptome verändert haben und entscheiden,
ob das Mittel weiter verabreicht wird, bzw. ob ein anderes Mittel zum Einsatz
kommen sollte.
Wo kann mir die Homöopathie helfen?
Grundsätzlich kann die Homöopathie bei allen Erkrankungen und Störungen, unabhängig vom Alter des Patienten, eingesetzt werden. Säuglinge können ebenso wie alte Menschen homöopathisch behandelt werden.
Homöopathische Arzneimittel können auch bei schweren akuten oder chronischen
Erkrankungen helfen. Z.B.:
Hautkrankheiten
hormonelle Beschwerden
Allergien
Kopfschmerzen
"Medicus curat - Natura sanat"
( Der Arzt kuriert, die Natur
heilt)
Datum der letzten Änderung: 30.11.2011 | diese Seite drucken
